SCHUMANNFEST 2016

Liebe Freundinnen und Freunde der Romantik,

Kunst ist ein existentielles Ausdrucksmittel der Menschheit, und das Jahr 1816 macht uns das besonders deutlich: Einen ganzen Sommer lang lag vor 200 Jahren eine unerklärliche Dunkelheit und Kälte über Mitteleuropa und Nordamerika. Ernteausfälle, Hungersnöte und Flucht waren eine Folge davon. Mitten in der aufkommenden Industrialisierung war die Angst vor dem Weltuntergang allgegenwärtig. Mitten in diese Sorgen und Nöte hinein reagierten Künstler und Kreative mit erstaunlicher Intensität auf das unbekannte Naturphänomen, dessen Grund erst hundert Jahre später erkannt wurde: Der Ausbruch des Vulkans Tambora im fernen Indonesien.

Ein naturgewaltiges Thema für ein Festival. Und erstaunlich aktuell. Wir lernen gerade wieder, dass Existenzangst, Angst vor dem Unbekannten, Flucht vor Katastrophen auch 200 Jahre nach dem Jahr ohne Sommer zum Leben gehören. Deshalb fragt das Schumannfest 2016 nach den Vulkanen von heute, nach den Auslösern des Machen Müssens. Zu den zählen internationale Größen wie Sir András Schiff, Mikhail Pletnev, Gidon Kremer, Murray Perahia, Martina Gedeck und Dominique Horwitz. Hauschka und das Alma Quartet geben Einblicke in The New Romantics. Kinderkonzerte, Ausstellungen, Symposien und Installationen in Schloss und Park Benrath werden das Jahr ohne Sommer auf ihre Art und Weise beleuchten.

Wir freuen uns gemeinsam mit allen Mitwirkenden, Sponsoren und Förderern auf eine neue Festival-Saison mit unvergesslichen Momenten und besonderen Eindrücken fernab des klassischen Konzertes. Und wir laden Sie herzlich ein zu einem aufregenden Festival der Romantik.

Herzlich willkommen beim Schumannfest 2016!

Ihr
Michael Becker
Intendant



DAS SCHUMANNFEST DÜSSELDORF

Robert Schumann gilt als der deutsche Romantiker. Gleichzeitig wird er mit seiner künstlerischen Vielschichtigkeit, seinem fortschrittlichen Geist, seiner tiefen Empfindsamkeit und seinen wechselhaften Gemütszuständen erst heute wirklich verstanden. Schumann ist in Wirklichkeit ein Moderner: Seine Musik führt weit weg und über alle Dinge hinaus, er selbst stand oftmals quer zur Welt und sich selbst im Weg.
Düsseldorf ist die Schumannstadt. Hier lebte Schumann dreieinhalb Jahre an 5 verschiedenen Orten in der Stadt: u. a. in der Altstadt und der Kastanienallee (seit 1854 Königsallee). Er ging regelmäßig in die Maxkirche und war Chefdirigent der Düsseldorfer Symphoniker. Und genau deshalb ist er der Pate eines besonderen Musikfestivals: Das Schumannfest Düsseldorf blickt auf eine langjährige Tradition zurück. Die Robert-Schumann-Gesellschaft Düsseldorf wurde 1979 mit dem Anspruch ins Leben gerufen, das musikalische Erbe Schumanns und seiner Zeit künstlerisch und wissenschaftlich zu pflegen und weiterzuentwickeln. Sie legte 1981 mit dem ersten Schumannfest den Grundstein für eine Reihe von hochkarätigen Festivals. Im Biennale-Rhythmus besuchen internationale Stars wie Daniel Barenboim, die Staatskapelle Berlin, David Garrett, Martin Grubinger, Igor Levit, Hilary Hahn, die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker, Daniel Harding, Klaus Maria Brandauer und viele andere das Schumannfest. Aber seit jeher bietet das Festival auch eine Plattform für viel versprechende Newcomer und neue künstlerische Konzepte und Ideen. Unter dem Vorstandsvorsitz von Dr. Axel Baur bestärkt die Schumann-Gesellschaft die Festivalmacher in ihrem Anspruch, ein Festival zu gestalten, das Tradition und Moderne mehr denn je verbindet.